Social Storytelling “Zwischen den Zeilen”

Wer meinem privaten Twitteraccount folgt, wird sich in letzter Zeit vielleicht gewundert haben, was das da neuerdings für Typen sind, mit denen ich mich vorzugsweise donnerstags am Vorabend unterhalte, und worum es da überhaupt geht. ;-) Die Antwort lautet: ich bin Fan der ARD-Serie “Zwischen den Zeilen” aus der “Heiter bis tödlich”-Reihe. Und nein, ich wurde nicht dafür bezahlt, hier darüber zu bloggen, sondern hatte die Idee dazu, weil ich es klasse finde, wie da Fernsehen und Social Media miteinander verknüpft werden. Vielleicht lässt sich ja der ein oder andere davon inspirieren?

tweets

Aus meiner Twitter-Timeline

“Social Storytelling” nennt das die verantwortliche Agentur seed & sugar aus Berlin, mit der ich über den Twitteraccount der Serienprotagonistin in Kontakt gekommen bin: “Wir möchten die Konflikte, Wünsche, Ideen und Ziele von Maja & Co. direkt in die Wohnzimmer der Zuschauer transportieren, um die #zdz-Protagonisten erlebbar zu machen.”

Maja, das ist Maja Becker, die junge und furchtbar tolpatschige Journalistin, die die Aachener Lokalredaktion von “Der Westdeutsche Merkur” auf Trab bringt. Genauer gesagt: Vom Tag Ihrer Strafversetzung zu dem Provinzblatt an stolpert sie zusammen mit ihrem versoffenen Chef Paul, Sportredakteur Rajesh und der ultrablonden Sekretärin Jenni von einem Mordfall in den nächsten und steht damit in ständiger Konkurrenz zur Polizei. Die wird wiederum repräsentiert von Kommissarin Bradulic und ihrem Kollegen Bollmann.

Auf Twitter geht es dazu – nicht nur während der wöchentlichen Folgen, sondern die ganze Woche über – unter dem Hashtag #zdz zur Sache. Dort tummeln sich nämlich die Figuren höchstpersönlich und kommentieren nicht nur die Sendung, sondern unterhalten sich auch mit den twitternden Fans, beantworten Fragen oder spinnen deren Ideen weiter. Darüber wird der Zuschauer per Einblendungen wie diese hier informiert:

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(Screenshot zur Verfügung gestellt von ARD)

Laut seed & sugar haben sich viele Fans sogar eigens bei Twitter angemeldet, um an diesen Gesprächen teilzunehmen.

Die Social-Media-Aktivitäten von “Zwischen den Zeilen” beschränken sich jedoch nicht bloß auf Twitter. Auf der Facebookseite gibt es Hintergrundinfos, Fotos und auch eigene Videos mit Backstageinterviews oder extra für die Fans wie z.B. für die Mission #jennigoestwitter (Jenni twittert nämlich als einzige noch nicht, weil ultrablond). Auf Instagram sind Maja und Co. natürlich auch zugange.

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(Screenshot zur Verfügung gestellt von ARD)

Dazu gibt es noch die Website der erfundenen Zeitung “Der Westdeutsche Merkur“, wo dann auch die Artikel erscheinen, die in den einzelnen Folgen geschrieben werden. Und dabei geht es nicht nur um die Mordfälle, sondern auch um das, was währenddessen sonst noch “retchertchiert” wird. Ganz so, als gäbe es die Zeitung wirklich – naja fast ;-). Und da ich ja selbst mal als Lokaljournalistin angefangen habe, finde ich da natürlich einiges aus meinen Anfängerjahren wieder. ;-)

Leider hat das Ganze noch nicht so viele Fans, wie es aus meiner Sicht verdient wäre, aber das Ganze gibt es ja auch erst seit zwei Monaten. Vielleicht finden sich über diesen Artikel ja auch neue Fans? ;-) Auf jeden Fall kann man sich hier inspirieren lassen, was mit Social Media alles machbar ist. Also, liebes #zdz-Team: Weiter so! :-)

Welche Beispiele für Social TV (außer #tatort) kennen Sie noch? Haben Sie sich schon an solchen Twitterkonversationen beteiligt oder sind Fan der Facebookseite einer TV-Sendung?

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Annette Schwindt

Bloggerin, Autorin und Beraterin bei schwindt-pr
Ich helfe anderen, ihre digitale Komunikation richtig aufzubauen oder zu optimieren. Mein Motto lautet "Einfach Kommunizieren", mich also möglichst verständlich auszudrücken und echte Gespräche von Mensch zu Mensch zu führen! Denn das geht auch online! :-) Meine Artikel und sonstigen Veröffentlichungen entstehen aus dem täglichen Dialog mit meinen Lesern. >>> Lesen Sie mehr über mein Beratungsangebot
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3 Antworten

  1. Mal schauen – hoffen wir mal – ob dieses Konzept mehr Fernseh-Kreative begeistert. Würde mir gefallen. Beklagt sich die Fernseh-Industrie schon seit Jahren über mangelnde Quoten (obwohl auch diese Konzept überholt ist). Aber mit anspruchslosem Trash kommt man eben heute nicht mehr weiter.
    Die Vernetzung der verschiedenen Medien ist da der richtige Ansatz.