Facebook Pro 2015: Werbeanzeigen, Buzzwords und Inspiration

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„Facebook Pro. Dein Unternehmen. Deine Zukunft.“ Unter diesem Motto hatte Facebook am 9. Juni 2015 Mitarbeiter von KMU nach München eingeladen. Das Ziel: Wissen, Tipps und Praxisbeispiele für gutes Facebook Marketing zu vermitteln und so KMU dabei zu helfen, Facebook noch besser für ihr Unternehmen zu nutzen. Für schwindt-pr war Christian Müller vor Ort. Hier sein Bericht:

Agenda

Die Agenda war durchaus ambitioniert, denn alle Vorträge wurden am Stück gehalten. Die vorgegebenen Themen klangen allerdings vielversprechend. Für mich stand eine Frage im Fokus:

Liefert die Veranstaltung nützliche und für KMU anwendbare Tipps und Informationen?

Facebook Pro: Viele Buzzwords, noch mehr Werbeanzeigen

Wer sich das Event in chronologischer Reihenfolge und mit zahlreichen Bildern und Videos anschauen will, kann das via Storehouse tun. In diesem Artikel konzentriere ich mich auf die – leider recht wenigen – nützlichen Informationen der Facebook Pro:

Für einige Teilnehmer war der Vortrag von Chris von Den Hoff zu den „Bausteinen für erfolgreiches Marketing auf Facebook“ interessant. Er ging unter anderem auf die verschiedenen Mess- und Anpassungsmethoden ein, mit denen KMU ihre Werbeanzeigen gezielt auf die jeweilige Zielgruppe zuschneiden können. (Dazu gehören beispielsweise die Custom Audience und die Lookalike Audience)

Bausteine für erfolgreiches FB Marketing

Andere Tipps aus seinem Vortrag – beispielsweise im Sommer auch mal nach dem Wetter zu schauen, wenn man Eis oder ähnliches verkauft – waren eher banal und wenig hilfreich. Sein Vortrag stand leider exemplarisch für die gesamte Veranstaltung: Es ging primär um Werbeanzeigen. Und viele Vortragende sprachen schönstes Agentur-Denglisch, das nicht unbedingt zur Verständlichkeit beitrug.

Inspiration aus der Kreativabteilung

Zielgruppe

Eine rühmliche Ausnahme – und damit für mich eeiner der Höhepunkte der Veranstaltung – war der Vortrag von Jonas Thaysen, seines Zeichens Creative Strategist bei Facebook. Er konzentrierte sich – der Jobtitel lässt es vermuten – auf die kreativen Aspekte von Facebookbeiträgen.

Zwar ging es auch bei ihm um Werbeanzeigen, doch er war der erste – und aus meiner Sicht einzige – Vortragende, der auch explizit von Inhalten und Facebook-Beiträgen sprach. Seine Botschaft: Bilder und Videos sind auf Facebook wichtiger denn je, Facebook ist ein stark visuell getriebenes Netzwerk.

Thaysen bemühte sich auch, seine Themen in normal verständlichem Deutsch zu formulieren und praxisnah zu halten. So wies er beispielsweise darauf hin, dass es nicht immer Hochglanz-Fotos und Videos sein müssen. Authentische Fotos und kurze Videos, aufgenommen mit aktuellen Smartphones, reichen völlig aus, so lange sie eine Geschichte erzählen oder die gewünschte Wirkung und Atmosphäre vermitteln. Eines seiner besten Zitate:

Facebook ist eine Cocktailparty, auf der Unternehmen (mit ihrer Werbung) nicht stören sollten.

Zudem wies er darauf hin, dass bei der Erstellung von Beiträgen (und Werbeanzeigen) immer die Menschen und Zielgruppe im Mittelpunkt stehen sollten. Seine Frage: „Wen wollt ihr erreichen?“ sollte sich wirklich jeder stellen, der auf Facebook aktiv ist.

Und noch ein Aspekt und Zitat hat mich beeindruckt. Denn Jonas Thaysen erinnerte an eine wichtige Tatsache, die auch für Beiträge gilt:

Wenn ihr auf Facebook werbt, ist eure primäre Konkurrenz nicht die andere Marke. Sondern die primäre Konkurrenz sind alle Bilder und alle Posts im Newsfeed.

Podiumsdiskussion mit gutem Praxisbeispiel

Podiumsdiskussion

Die abschließende Podiumsdiskussion war dann ernüchternd und inspirierend zugleich. Ernüchternd, weil drei der vier eingeladenen KMU-Vertreter ebenfalls Buzzword-Tiraden von sich gaben. Außerdem setzen einige von ihnen fünfstellige Facebook Werbebudgets ein und sind damit, meiner Meinung nach, alles andere als repräsentativ für typische KMU. Inspirierend, weil einer der Vertreter – Friseur Ralf Steinhoff aus Reutlingen – wohltuend pragmatisch und praxisnah war.

Er machte deutlich, dass er – im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen auf Facebook – wirklich nur dann postet, wenn er auch etwas zu sagen hat. Er nutzt die Unterstützung seiner Mitarbeiter, um Bilder und Themen zu generieren. So berichtet er beispielsweise über ihre Fortbildungen, dass er in einer geheimen Facebookgruppe Bilder und Beiträge sammelt, die seine Mitarbeiter zur Verfügung stellen, und so seinen Salon auf positive Art und Weise präsentiert.

Er sponsert jeden Beitrag zunächst mit vier Euro und unterstützt gut laufende Beiträge dann mit etwas mehr Geld. Ein pragmatischer, für ihn sehr erfolgreicher Ansatz. Sein abschließender Tipp gilt aus meiner Sicht allen KMU, Freiberuflern, Künstlern, Vereinen, Bildungs- und Sozialträgern, die sich mit dem Einstieg in Facebook oder andere Netzwerke schwer tun:

Lasst euch nicht von der Professionalität oder den Budgets großer Unternehmen und Marken abschrecken.

Das kann ich nur unterstreichen. Mit einer ordentlichen Strategie und einigen Vorüberlegungen heißt es schlicht: Machen, Loslegen! Erfahrung lässt sich nur in der Praxis sammeln.

Dank Jonas Thaysen und Ralf Steinhoff war die Facebook Pro in München schlussendlich doch noch nützlich und sinnvoll. Das Veranstaltungsformat und die Ausrichtung sind insgesamt jedoch problematisch. Hier sollte Facebook nachbessern und sich auf die Zielgruppe KMU besinnen.

P.S. Wer zusätzlich zum Artikel und zur Storehouse Story noch weitere Eindrücke der Facebook Pro Veranstaltung sucht, wird auf Instagram fündig.

Facebook-Recht: Seiten beanspruchen und löschen lassen (Gastbeitrag)

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Immer wieder wenden sich Leser an schwindt-pr, die Probleme mit unberechtigt erstellten Seiten oder verlorenem Zugriff auf ihre Seite haben. Wie so etwas rechtlich zu bewerten ist und was Sie dagegen tun können, hat RA Dr. Jan Christian Seevogel in folgendem Gastbeitrag zusammengefasst:

1. Unberechtigtes Erstellen einer Seite durch Dritte – Habe ich einen Anspruch auf Löschung?

Die wahrscheinlich häufigste Situation, in der ein Unternehmen wünscht, dass eine Facebook-Seite gelöscht wird, ist die, in der die Seite durch einen fremden Nutzer erstellt wurde und dort unwahre bzw. geschäfts- oder rufschädigende Inhalte verbreitet werden.

Erstellt jemand unberechtigt eine Seite mit Ihrem Unternehmensnamen bzw. -logo, so stellt dies eine illegale Nutzung Ihrer Marke bzw. Ihres durch § 5 Abs. 1, 2 MarkenG geschützten Unternehmenskennzeichens dar. Dagegen steht Ihnen ein Unterlassungsanspruch zu und zwar sowohl gegen den Seitenersteller als auch gegen Facebook als Plattformbetreiber. Facebook wird diese Rechtsverletzung in der Regel nicht anders als durch Löschung der gesamten Seite beseitigen können.

Der Schädiger verstößt außerdem gegen Ziff. 4 Nr. 1 (Registrierung und Kontosicherheit) und Ziff. 5 Nr.1 der Facebook-Nutzungsbedingungen (Schutz der Rechte anderer Personen) und begeht damit gegenüber Facebook eine Vertragsverletzung.

Darüber hinaus kann bei Verbreitung falscher, beleidigender oder sonst schädigender Inhalte für Ihr Unternehmen ein Eingriff in den sog. eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb (§§ 823 Abs.1, 1004 BGB) vorliegen. Oft wird zusätzlich das Recht am eigenen Bild verletzt, wenn ohne die Einwilligung abgebildeter Personen Fotos auf der Facebook-Seite gepostet werden. Diese letztgenannten Verletzungen führen allerdings nur zu einem Anspruch auf Unterlassung der einzelnen, konkreten Verletzung (nicht aber ohne weiteres zu einem Anspruch auf Löschung der gesamten Seite).

Wie aber gehen Sie am besten vor, um Ihre entsprechenden Ansprüche auch durchzusetzen?

Zunächst können Sie versuchen, Facebook über die entsprechenden Formulare über die Rechtsverletzung zu unterrichten und so zu bewirken, dass Facebook Ihnen hilft und die Seite löscht. Dies stellt sich allerdings eher schwierig dar:

Um Facebook über die Rechtsverletzung zu unterrichten, bietet Facebook die Möglichkeit, die Seite zu melden. Der entsprechende Punkt „Seite melden“ findet sich unter den drei Punkten, die jede Facebook-Seite im rechten, unteren Bereich des Titelbildes hat. Nach dem Anklicken des Punktes wird ein Formular geladen, auf dem ein Beschwerdepunkt ausgewählt werden kann:

Auswahlfenster von Facebook

Das Auswählen einzelner Optionen alleine führt allerdings noch nicht zu einem Formular für eine Meldung, sondern leitet in die Facebook-Nutzungsbedingungen weiter. Über mehrere Unterseiten gelangen Sie schließlich zu einer Seite, auf der verschiedene Verstöße gemeldet werden können. Diese Seite finden Sie derzeit unter folgendem Link: https://www.facebook.com/help/contact/274459462613911.

Die Seite ist überschrieben mit „Melde einen Verstoß gegen die Facebook-Richtlinien“. Dort gibt es dann Unterpunkte z.B. zu Markenverletzungen, gefälschten Seiten oder zum verloren gegangenen Zugriff auf eine Seite:

Verstoß gegen Facebook-Richtlinien melden

Diese Unterpunkte führen aber nur teilweise zu einem Kontaktformular an Facebook, wie z.B. bei Markenverletzungen:

Verletzung von Markenrechten auf Facebook melden

Wirklich hilfreich, übersichtlich und zufriedenstellend ist das nicht.

Neben den gezeigten Problemen, einen Verstoß überhaupt an Facebook zu melden, lässt sich nur schwer abschätzen, inwieweit Facebook auf Ihre Meldungen reagieren wird. Daher ist es oftmals sinnvoll, insbesondere in dringenden Fällen, dass Sie sich direkt an einen Anwalt wenden, um die vorher genannten Ansprüche direkt gegen Facebook durchzusetzen.

2. Keine Zugriffsmöglichkeit mehr auf die eigene Seite (Passwort bzw. Kontozugang verloren) – Habe ich einen Anspruch auf Herausgabe der Zugangsdaten?

Davon abzugrenzen ist die Konstellation, in der Sie keinen Zugriff mehr auf die Facebook-Seite Ihres Unternehmens haben, obwohl diese ursprünglich durch Ihr Unternehmen selbst bzw. einen Ihrer Mitarbeiter eingerichtet wurde. Dies kann beispielsweise daran liegen, dass der zuständige Mitarbeiter aus der Marketingabteilung das Unternehmen verlassen hat, ohne die Zugangsdaten herauszugeben und auch kein anderer Mitarbeiter die Zugangsdaten hat.

In diesem Fall stellt sich die Frage, ob Sie die Zugangsdaten von Facebook heraus verlangen können. Meines Erachtens haben Sie einen Anspruch hierauf, der sich aus den Facebook-Nutzungsbedingungen ergibt. Ihr (ehemaliger) Mitarbeiter hat die Unternehmens-Seite damals in Ihrem Namen und als Vertreter Ihres Unternehmens angelegt. Der Nutzungsvertrag über die Nutzung der Facebook-Plattform ist damit zwischen Facebook und Ihrem Unternehmen zustande gekommen. Aus den Nutzungsbedingungen lässt sich ableiten, dass Facebook Ihnen die Nutzung der Facebook-Plattform ermöglicht und Ihnen seine „Dienste“ bereit stellt (vgl. z.B. Ziff. 17 „Facebook-Dienste“). Zur Bereitstellung der Dienste gehört auch die Herausgabe der Zugangsdaten, ohne die eine Nutzung des Dienstes gar nicht möglich ist.

Um den Herausgabeanspruch gegen Facebook durchzusetzen, können Sie wie oben beschrieben versuchen, eine Antwort über das Ausfüllen des Formulars „Ich habe den Zugriff auf eine von mir verwaltete Seite verloren“ (siehe Abb.3 oben) zu erhalten. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass schnell reagiert wird, sollten Sie auch hier lieber einen Anwalt zu Rate ziehen.

3. Streit zwischen Agentur und Seitenbetreiber (Unternehmen), wem eine durch die Agentur erstellte Seite zusteht

Schließlich kann in diesem Zusammenhang noch die Konstellation eine Rolle spielen, in der eine Agentur für ein Unternehmen auf einer Facebook-Seite Aktionen durchführt und dann diese Seite für sich beansprucht (Thomas Hutter berichtete: http://bit.ly/1D3dSKi). In dieser Konstellation gilt das oben unter 1. Gesagte entsprechend: Die Agentur verletzt die Rechte Ihres Unternehmens, wenn sie Ihre Seite (die bereits öffentlich zugänglich ist) bearbeitet und nicht herausgibt oder an sich als Agentur über die Business Manager-Funktion überschreibt.

Haben Sie schon einmal versucht, eine Seite zu beanspruchen oder löschen zu lassen? Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

 

NACHTRAG (von Annette Schwindt): Wer seine Seite von einem privaten Profil aus betreut, mit dem ein Werbekonto verküpft ist, kann sich via https://www.facebook.com/business/contact-us/ an Facebook wenden.

Impressum für Facebook-Seiten richtig erstellen (Gastbeitrag)

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ParagraphensymbolBraucht Ihre Facebook-Seite überhaupt ein Impressum? Die Antwort auf diese Frage finden Sie im Telemediengesetz (TMG). „Telemedien“ ist dabei ein rechtlicher Begriff für bestimmte elektronische Kommunikations- und Informationsdienste – dies kann auch eine Facebook-Seite sein.

Die Impressumspflicht gilt nach § 5 Abs. 1 TMG für geschäftsmäßige Telemedien. Unter diesen Begriff fällt jede – also auch Ihre – Facebook-Unternehmensseite. Dies haben mittlerweile einige Gerichte bestätigt. Eine Facebook-Unternehmensseite ist letztlich wie eine eigene Website zu behandeln und benötigt – wie jede geschäftsmäßig betriebene Online-Präsenz – ein Impressum.

Ein rein privat genutztes persönliches Facebook-Profil braucht dagegen grundsätzlich kein Impressum. Sollten Sie aber auf Ihrem privaten Profil häufig geschäftliche Inhalte posten und geschäftliche Kontakte pflegen, kann sogar Ihr privates Profil unter die Impressumspflicht fallen.

Wörtlich heißt es in § 5 Abs. 1 Telemediengesetz (TMG) (Allgemeine Informationspflichten):

Diensteanbieter haben für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene
Telemedien folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten (…)

Der Zweck dieser Vorschrift ist die sogenannte „Anbietertransparenz“: Die Ordnungs- bzw. Strafverfolgungsbehörden sollen den verantwortlichen Anbieter (Seitenbetreiber) auffinden können, um die Gesetze durchzusetzen bzw. bei Rechtsverletzungen einen Verantwortlichen zu haben.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Facebook-Auftritt ein Impressum benötigt oder nicht, richten Sie im Zweifel lieber eines ein. Hier gilt das Motto „Lieber zu viel, als zu wenig (Information)“.

Was muss rein? – Pflichtangaben im Impressum

Das Impressum muss die folgenden Pflichtangaben enthalten:

  • Name / Firma und die Anschrift, wobei diese kein Postfach sein darf!
  • Vertretungsberechtigte: Dies können nur natürliche Personen sein!
  • E-Mail-Adresse
  • Zuständige Aufsichtsbehörde, soweit eine behördliche Zulassung erforderlich ist
  • Eintragung im Handels-, Vereins- oder Genossenschaftsregister unter der Angabe des Registers und der Registernummer
  • Bei „geschützten Berufen“ (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten): die berufsständische Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung und besondere berufsrechtliche Regelungen mit dem Zugang hierzu
  • Falls vorhanden: Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (oder Wirtschafts-Identifikationsnummer)
  • Die Angabe einer Telefonnummer ist nicht zwingend erforderlich, wenn über ein elektronisches Kontaktformular innerhalb angemessener Zeit nach Kontaktaufnahme geantwortet wird und ggf. in besonderen Situationen dem Nutzer auf Verlangen ein anderer, nicht-elektronischer Kontaktweg zur Verfügung gestellt wird.

Empfehlenswert ist der Impressumsgenerator von www.e-recht24.de, der die Pflichtangaben abfragt.  Um sicher sein zu können, dass das automatisiert generierte Impressum tatsächlich allen rechtlichen Vorgaben entspricht, sollten Sie sich jedoch zusätzlich an den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens wenden.

Wo platzieren? – Vorgaben der Rechtsprechung

Mit den Pflichtangaben allein ist es nicht getan. Diese müssen auch an der richtigen Stelle auf der Website bzw. Facebook-Seite platziert werden.

Das Gesetz legt hierzu fest, dass die Pflichtangaben im Impressum leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein müssen. Die Rechtsprechung präzisiert diese Vorgaben. Am wichtigsten ist die sogenannte „Zwei Klick“-Regel des Bundesgerichtshofs: Der durchschnittlich informierte Internetnutzer muss in zwei Schritten, also mit zwei „Klicks“ zu den benötigten Informationen gelangen.

Ferner müssen Sie bei Ihrem Impressum dafür sorgen, dass

  • kein übermäßiges Scrollen nötig ist,
  • eine eindeutige Bezeichnung („Impressum“, „Kontakt“) vorhanden ist,
  • zur Anzeige keine Pop-Up-Fenster oder Java-Script verwendet werden und das Impressum nicht nur in PDF- oder Grafikdateien angeboten wird.

Bezüglich der Bezeichnung sind Sie mit „Impressum“ auf der sicheren Seite.

Das von Facebook bereitgestellte Impressums-Feld

Bei Ihrem Facebook-Impressum muss nicht nur die Desktop-, sondern auch die mobile Darstellung den gesetzlichen Vorgaben und den Vorgaben der Rechtsprechung entsprechen. Facebook bietet seit kurzem ein spezielles (Impressums-)Feld an, in dem das Impressum untergebracht werden kann. Zwar wird dieses offizielle Impressums-Feld von Facebook mittlerweile auch auf allen mobilen Endgeräten korrekt angezeigt. Bei dem sozialen Netzwerk ändert sich die Darstellung aber so häufig, dass Sie regelmäßig kontrollieren sollten, ob das Impressumsfeld auch zukünftig – und auf allen unterschiedlichen mobilen Endgeräten – korrekt angezeigt wird.

In diesem Zusammenhang hat das OLG Düsseldorf entschieden, dass ein Plattformbetreiber seinen Nutzern ein Impressum ermöglichen bzw. ein spezielles Impressums-Feld bereitstellen muss. Ob Facebook den deutschen Nutzern diesen Gefallen aufgrund des Urteils getan hat oder ob das Ganze schon lange geplant war, ist nicht bekannt. Auch das Business-Portal Xing bietet inzwischen diese Möglichkeit an. Eine Übersicht über die Impressum-Tools der verschiedenen Social Media-Plattformen finden Sie übrigens in diesem Blogpost von Annette Schwindt.

Empfehlenswert ist, einen Direkt-Link auf das Impressum Ihrer eigenen Website in das Impressums-Feld Ihrer Facebook-Unternehmensseite einzustellen und so auch bei Ihren anderen Social-Media-Auftritten zu verfahren. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Sie spätere Änderungen im Impressum nur einmal – nämlich auf Ihrer Webseite – vornehmen müssen. Alle Social-Media-Kanäle enthalten dann über die Verlinkung automatisch das aktualisierte Impressum.

Achten Sie unbedingt auf die regelmäßig erfolgenden Updates bzw. Umstellungen der Unternehmensseiten durch Facebook (und andere Social Media-Kanäle). Updates bei Facebook können dazu führen, dass Ihr Impressum, das kurz zuvor noch allen rechtlichen Vorgaben entsprochen hat, plötzlich – z.B. auf mobilen Endgeräten – nicht mehr korrekt abgebildet wird.

Gewinnen Sie ein Buch „Facebook und Recht“

Buchcover Facebook und RechtWeitere Informationen zum Thema Facebook und Recht finden Sie im gleichnamigen Buch von Rechtsanwalt Dr. Jan Christian Seevogel (mit Vorwort von Annette Schwindt), von dem Sie hier eines von fünf Exemplaren gewinnen können. Dazu brauchen Sie nur folgende Frage bis spätestens 12. Januar 2015, 18 Uhr, per Kommentar zu beantworten: Wie heißt das Gesetz, dessen §5 Abs.1 die Impressumspflicht regelt?

Die fünf Gewinner werden aus allen richtigen Antworten ausgelost und dann per Mail benachrichtigt. Stellen Sie also scher, dass Sie eine gültige Mailadresse bei Ihrem Kommentar angeben (wird nicht öffentlich sichtbar). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Verlosung ist beendet.

Video leicht gemacht: Tipps für Freiberufler und KMU (Gastbeitrag)

Video

Facebook hat Youtube als Videoplattform Nummer eins überholt, so war es in den letzten Wochen zumindest auf vielen Seiten zu lesen. Auch wenn die Zahlen nicht so eindeutig sind – trau keiner Statisitk, die du nicht selbst gefälscht hast – ist eines klar: Videos spielen auf und für Facebook eine wachsende Rolle. Es ist kein Zufall, dass direkt auf Facebook hochgeladene Videos deutlich mehr Sichtbarkeit und Reichweite erhalten, als beispielsweise verlinkte Youtube- oder geteilte Instagram-Videos.

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Wie Sie Evernote für sich nutzen können (Gastbeitrag)

evernote

Evernote ist wohl eines dieser Tools, das man entweder liebt oder hasst. Auch ich habe länger gebraucht, um mit Evernote warm zu werden. Mittlerweile ist dies jedoch mein Lieblings-Tool fürs Projektmanagement, für meine To dos, fürs Bookmarken und für die Sammlung privater Tipps geworden. Gerne zeige ich Ihnen im Folgenden, wie ich Evernote für mich nutze.

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10 Youtube-Tipps für Google+-Nutzer und Youtube-Einsteiger

Dass Video ein wichtiges Thema im Web, ist steht ausser Frage. Ebenso, das Youtube die mit Abstand größte Plattform in dem Bereich ist. Welcher Internetnutzer hat nicht schon ein paar Videos auf Youtube gesehen? Doch wie kann man diese Social Media Plattform besser nutzen? Selbst wenn man keine eigenen Videos hochladen möchte, lohnt sich ein Youtube-Account für einige tolle Funktionen. Ein paar dieser Funktionen für den Google+-Nutzer und Youtube-Einsteiger beschreibe ich in den folgenden zehn Tipps.

1. Teilen (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Wie viele andere Social Networks erlaubt auch Youtube das Teilen von Inhalten aus der Plattform heraus in andere Networks. Die Elemente dazu befinden sich unter dem Video: Hier die Desktop-Ansicht.

Desktop-Ansicht eines YouTube-Videos mit den verschiedenen Links zum Weitersagen darunter

Erster Schritt: Unter dem Video, neben dem Reiter „Info“ klickt man auf den Reiter „Teilen“ (siehe Pfeil A) und sieht die Social-Network-Teilen-Funktion für Facebook, Twitter, Google+ usw. Beim Klick auf einen dieser Buttons (B) geht jeweils ein neues Fenster auf. Auf Wunsch kann man auch direkt die Kurz-URL verwenden um für beliebige Netzwerke ein Teilen vorzunehmen. (C) Mit dem Aktivieren der Check-Box (D) kann man den Autostart des Videos zu einer gewünschten Zeit einrichten.

2. Untertitel (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Youtube hat eine integrierte Spracherkennungssoftware und liest aus jedem Video die Tonspur aus. So erhält u.a. Google relevante Informationen zur Suchmaschinenbewertung eines Videos. Hilfreich ist dies aber auch für anders sprachige Videos, denn teilweise sind Übersetzungen in weiteren Sprachen hinterlegt. Praktisch ist diese Funktion auch, wenn man den Ton zu einem Video ausstellt, und so dennoch den Inhalten des Videos folgen kann. Das Menü befindet sich am unteren Rand des Videos.

Aktivierte Untertitel-Funktion an einem Youtube-Video mit der Menü-Erklärung.

Bei aktivierten Untertiteln kann man Satz für Satz den Text eines Videos mitlesen (E). Wenn das Video Untertitel erlaubt, kann das Menü durch den Button (F) aktiviert werden. Der ON/OFF-Schalter regelt die Untertitelanzeige. Durch die darüber befindliche Sprachauswahl kann ggf. eine andere Text-/Sprachversion ausgewählt werden.

3. Transkript (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Wer dem schnellen, gesprochenen Wort nicht immer folgen kann oder möchte, kann durch die Transkript-Funktion den ganzen Text eines Videos in Ruhe lesen. Unter den Videos befindet sich der Bereich „Info“. Ein wenig daneben befindet sich das Symbol zum „Transkript“. Das Menü befindet sich unter dem Video und ist nur in der Desktop-Ansicht erreichbar.

Aktivierte Transkipt-Funktion mit der Darstellung des Transkripts unter dem Video.

Durch den Klick auf den Reiter (G) gelangt man zum Transkript und kann in eigener Lesegeschwindigkeit den Text des Sprechers verfolgen.

4. Kino-Modus (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Neben der kleinen Standard-Darstellung im kleinen Fenster kann man einen Kino- und den Vollbild-Modus auswählen. Das Menü befindet sich am unteren Video-Rand in der Desktop-Ansicht.

Darstellung des Kino-Modus und des ensprechenden Kino- und Vollbild-Buttons am rechten, unteren Rand des Videos.

Der Kino-Modus (H) nutzt einen großen Teil der Browserfensterbreite aus und erlaubt so eine bessere Ansicht des Videos UND die Nutzung der Youtube-Funktionen. Der Vollbild-Modus (I) nutzt den ganzen Bildschirm aus. Maximale Bildgröße. Ein Wechsel zwischen allen drei Modi ist jederzeit möglich.

5. Abonnieren (für Google+-Nutzer)

Durch Youtube haben alle Kanäle eine Google+-Seite erhalten und viele Kanäle teilen automatisch ihre Videos bei Google+. Durch das Google+-Symbol auf der Kanal-Startseite gelangt man auf die Google+-Seite und kann diese Seite einkreisen/folgen.

Abonnieren-Button neben dem Kanalnamen

Durch ein Klick auf das Google+-Symbol an einem Youtube-Kanal gelangt man auf die Google+-Seite des Kanals. (J)

Folgen-Button bei Google+ unter dem Logo der Seite.

Dort kann man der Seite folgen (K) und erhält so die vom Kanal geteilten Videos im Google+-Stream. Anschauen der Videos erfolgt dann direkt über Google+.

6. Youtube-Account (Konto) anlegen

Viele weitere Funktionen sind nur als Konto-Inhaber bei Youtube anwendbar. Der Button zum Anlegen 
(via Google-Konto) befindet sich in der rechten, oberen Ecke  (L):

Anmelden-Button um einen Account anzulegen.

Für das Anlegen eines Youtube-Konto benötigt man ein Google-Konto. Achtung: Es wird sofort eine Google+-Seite zum Kanal angelegt!

7. Abonnieren (für Youtube-Nutzer)

Der Abonnieren-Button eines Channels (M) befindet sich ein klein wenig unter der Kopfgrafik eines Youtube-Kanals. Der rote Button befindet sich unter dem Video (Desktop-Ansicht) unter dem Video-Titel.

Abonnieren-Button - unter dem Video und dem Video-Titel.

Ein Abonnent erhält via Youtube in einem Newsletter alle Videos seiner Abos und kann natürlich die Videos auch via der Youtube-Video-Verwaltung anschauen (N):

Der Meine-Abos-Button befindet sich unter der Suchmaske.

Die abonnierten Videos können auch direkt auf der Youtube-Startseite angeschaut werden.

Tipp: Es gibt eine gute Youtube-App für Tablets und Smartphones, um bequem die Videos auf diesen Endgeräten zu schauen.

8. Kommentieren (für Youtube-Nutzer)

Nutzer eines Google+-Kontos können unter Youtube-Videos mit dem Klarnamen-Profil von Google+ kommentieren. (Klarname = Realer Name einer Person und kein Kunstname. Der ehemalige Klarnamen-Zwang von Google+ soll bei Youtube das Spammen vermeiden und „Hater“ abschrecken.) Die Kommentar-Funktion (O) befindet sich bei der Desktop-Ansicht unter dem Video:

Der Kommentarbereich befindet sich unter dem Video und unter der Video-Beschreibung.

Kommentare zu einem Video erscheinen auch in der eigene Google+-Timeline und sorgen so für die Verbreitung eines Videos an andere Google+-Nutzer.

9. Bewerten (für Youtube-Nutzer)

Im Gegensatz zu z.B. Facebook kennt Yotube nicht nur ein „Like“ = „Daumen hoch“, sondern auch „Daumen runter“. Die Bewerten-Funktion befindet sich bei der Desktop-Ansicht unter dem Video.

Positive Bewertung („Like“ von Facebook) werden in die eigene Youtube-Timeline eingespielt und dienen Youtube mit als Bewertungskriterium für ein Video (SEO-Relevanz). Negative Bewertung („Dislike“) haben kaum noch eine Relevanz, dienen aber auch als „Social Signal“ zu einem Video.

Positive Bewertung (P) werden in die eigene Youtube-Timeline eingespielt und dienen Youtube mit als Bewertungskriterium für ein Video (SEO-Relevanz). Negative Bewertung (Q) haben kaum noch eine Relevanz, dienen aber auch als „Social Signal“ zu einem Video.

10. Später-ansehen-Funktion (Später anschauen) (für Youtube-Nutzer)

Wer nun einen Account besitzt, kann Videos für ein späteres Anschauen durch die „Später ansehen“-Funktion vormerken. Der Menüpunkt (R) befindet sich als Uhrensymbol am unteren Video-Rand in der Desktop-Ansicht. Durch einen Klick wird das Video zur Später-ansehen-Liste hinzugefügt, die Uhr wird durch ein Bestätigungshäkchen ersetzt (S):

Unter einem Video befindet sich das Watch-Later-Symbol (Uhr). Durch einen Klick wird das Video zur Watch-Later-Liste hinzugefügt. Die Uhr wird durch ein Bestätigungshäkchen ersetzt.

Die Später-ansehen-Liste (T) befindet sich auf der linken Seite der Youtube-Startseite:

Die Watch-Later-Liste befindet sich auf der linken Seite der Youtube-Startseite.

Die Videos in der Liste können zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden. (U)

Watch-Later-Liste bei Youtube.

Alle Tipps gibt es auch als Google+-Bilderstrecke. Wenn es weitere Fragen zu Youtube gibt,  bitte einen Kommentar zum Beitrag schreiben. Danke!

Vine – Die Kurzvideo App mit viel Potenzial (Gastbeitrag)

Bewegtbilder sind sehr beliebt und mit der Vine App kann jeder kleine Kurzvideos produzieren, um Momentaufnahmen festzuhalten, Kurzgeschichten zu erzählen, Trickfilme herzustellen oder Zeitraffer-Aufnahmen zu machen.

Was können Sie mit der Vine App alles machen?

Das einfachste ist 6 Sekunden auf den Aufnahme-Button zu klicken und einen interessanten Moment festzuhalten.

Spannender und kreativer sind Vines, wenn sie mit den verschiedenen Funktionen, die die App zur Verfügung stellt, aufgenommen werden. Sie können bis zu ca. 180 einzelne Bilder aufnehmen und einzelne Bilder umsortieren oder Bildfrequenzen mit verschiedenen Längen filmen.

Durch die Vine App erleben StopMotion-Kurzvideos ein Revival. Die ersten StopMotions wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts aufgenommen. Georges Méliès schuf 1902 den Zeichentrickfilm „Le Voyage dans la lune“. In bekannten Filmen wie King Kong, Alice im Wunderland und auch Terminator kam die Technik zum Einsatz.

Bei dieser Technik erstellt man einzelne Frames (Bilder) von Objekten in verschieden Positionen. Wobei diese immer nur ein wenig bewegt werden. Spielt man diese hintereinander ab, entsteht die Illusion, dass sich das Objekt bewegt. Leblosen Objekten wird so ein Leben eingehaucht.

Eine weitere beliebte Aufnahme-Technik ist Timelapse (Zeitraffer). Damit können Sie zum Beispiel die Bildung und das Weiterziehen von Wolken, was normalerweise Stunden dauert, in einen 6 Sekunden Film im Schnelldurchlauf zeigen. Am einfachsten können Sie ein Timelapse aufnehmen,  indem Sie ihr Smartphone auf ein Stativ schrauben und alle paar Sekunden ein Bild aufnehmen. Damit das Timelapse ruhig und flüssig läuft sollten die Abstände zwischen jedem Bild gleich sein. Nehmen Sie dafür z.B. alle 20 Sekunden ein Foto auf.

Interessante Kurzfilme entstehen auch, wenn man die Techniken und verschiedene Aufnahmeorte mischt.

Das Startbild eines Vines ist das Wichtigste. Es entscheidet ob ein Vine angeschaut wird. Der erste Blick muss ansprechen und animieren. Ein Beschreibungstext unter jedem Vine kann die Aussage des Vines noch hervorheben.

Probieren Sie es einfach aus, es ist ganz einfach. Je länger Sie sich mit der App auseinander setzen, umso sicherer werden Sie. Die Vine App war in den ersten 6 Monaten nach erscheinen nur für das iPhone erhältlich, aber mittlerweile gibt es die App auch für Android und Windows Phone. Weitere Infos gibt es in den Folien meines Vortrags beim Social Media Club Bonn.

Wer gerne in netter Runde die Vine App ausprobieren möchte ist herzlich zum VineWalk DE eingeladen. Wir treffen uns regelmäßig um bei einem Spaziergang schöne, lustige, kreative und vielleicht auch ein paar verrückte Vines aufzunehmen. Der VineWalk findet alle 6-8 Wochen im Kölner Raum statt, die Termine veröffentliche ich auf unseren VineWalkDe Blog.

Videos: Gastronomie im Netz