Im Facebook-Newsfeed Ordnung schaffen

Als Erstes im Facebook-Newsfeed anzeigen in der mobilen Version

Wie ich vor einigen Tagen bereits auf meinen Social-Media-Kanälen berichtet habe, hat Facebook eine neue Möglichkeit eingeführt, wie Sie – abgesehen von den bereits vorhandenen Methoden – die in Ihrem Newsfeed gezeigten Meldungen beeinflussen können. Die Funktion heißt „als Erstes anzeigen“ und kann sowohl für Seiten als auch für Profile verwendet werden. Inzwischen sollte sie sowohl mobil als auch in der Desktop-Version überall verfügbar sein.

Der Newsfeed, oder Neuigkeiten, wie er in der deutschen Version von Facebook genannt wird, ist der Nachrichtenstrom, den Sie auf der Startseite von Facebook sehen. Dort werden Beiträge Ihrer Freunde und von Personen, die Sie abonniert haben, von Seiten, von denen Sie Fan geworden sind und von Gruppen, in denen Sie Mitglied sind, angezeigt, plus beworbene Beiträge und Beiträge, mit denen Freunde interagiert haben oder die etwas mit Seiten zu tun haben, deren Fan Sie sind.

Da das täglich viel zu viele sind, um alle zusammen angezeigt werden zu können (geschweige denn gelesen werden zu können), filtert Facebook über einen Algorithmus die Beiträge nach verschiedenen Gesichtspunkten, die sich auch immer mal wieder verändern. Wie ich hier schon mehrfach erklärt habe, können Sie selbst beeinflussen, wie Facebook das berechnen soll. Mit der neuen Funktion wird das nun noch einfacher: Mit ihr unterscheiden Sie, ob Sie die Beiträge von einer Person oder einer Seite als besonders wichtig (als Erstes anzeigen), oder normal wichtig (Standard) ansehen oder vielleicht gar nicht lesen wollen (nicht mehr abonnieren).

Newsfeed-Einstellungen via Desktop vornehmen

Wenn Sie Facebook über einen Desktop-Browser benutzen, dann können Sie diese neue Funktion wie folgt nutzen:

Auf Facebook-Seiten finden Sie die Option beim erneuten Anklicken des Gefällt mir-Buttons unter Als Erstes anzeigen (oder eben Standardeinstellung oder Nicht mehr abonnieren):

Funktion Als Erstes anzeigen für Facebook-Seiten

Auf Facebook-Profilen ist dieselbe Auswahl über den Button links von Nachricht senden erreichbar:

Als erstes anzeigen für Facebook-Profile einrichten

Der Button hat einen anderen Text je nach den Einstellungen, die Sie vorher festgelegt hatten. Für Gruppen gibt es diese Auswahl nicht.

Dieselben Einstellungen können übrigens auch direkt über Beiträge von Seiten und Profilen im Newsfeed getroffen werden. Sie müssen also nicht eigens jede einzelne Seite und jedes einzelne Profil abklappern. Dazu einfach mit der Maus auf den Namen der Person oder der Seite, dann auf den Abonniert-Button fahren und die gewünschte Option anklicken.

Newsfeed-Einstellungen mobil einrichten

Wenn Sie Facebook auf dem Smartphone benutzen, können Sie diese Auswahl auf dieselbe Weise treffen. Nur die Darstellung der einzelnen Optionen ist anders (die folgenden Screenshots stammen von einem Android-Smartphone, sehen aber auf iPhone genauso aus):

Auf Facebook-Seiten tippen sie den Button Abonniert an und wählen dann die gewünschte Option:

Als Erstes anzeigen mobil für Facebook-Seiten

Auf Facebook-Profilen wählen Sie wieder den Button links von Nachricht und wählen die gewünschte Option aus:

mobil_profil

Je nach Auswahl ändert der Button – egal ob mobil oder via Desktop – seine Beschriftung, so dass Sie beim nächsten Besuch des Profils oder der Seite gleich sehen können, welche Einstellung Sie dafür getroffen haben.

Mobil via Newsfeed ist die neue Funktion bei mir (noch?) nicht verfügbar. Ich muss zuerst die betreffende Seite oder das betreffenden Profil selbst aufrufen und dann wie oben beschrieben vorgehen.

Und wenn Sie gar nichts verpassen wollen?

Die hier beschriebene neue Funktion dient, wie eingangs schon gesagt, der Beeinflussung Ihres Newsfeeds, nicht der direkten Steuerung. Wenn Sie also ganz sicher gehen wollen, keinen Beitrag von einer Person oder Seite zu verpassen, dann sollten Sie zusätzlich die Option Benachrichtigungen aktivieren verwenden.

Via Desktop geht das so:

  • aus dem Newsfeed sowohl für Seiten als auch Profile über den Pfeil oben rechts in einem Beitrag und Benachrichtigungen aktivieren.
  • auf Seiten über den Gefällt mir-Button und Benachrichtigungen aktivieren
  • in Profilen über den Freunde-Button und Benachrichtigungen aktivieren

Mobil:

  • aus dem Newsfeed sowohl für Seiten als auch Profile über den Pfeil oben rechts in einem Beitrag, Weitere Optionen und Benachrichtigungen aktivieren
  • auf Seiten oder in Profilen direkt habe ich die Funktion nicht gefunden.

Die guten alten Listen nicht vergessen

Auch wenn diese neuen Funktionen beim Aufräumen schon sehr helfen, sollten Sie nicht die bereits altbekannte Listen-Funktion vergessen. Welche Arten von Listen es gibt und wie Sie diese richtig nutzen können, habe ich hier erklärt: Mit Listen Ordnung in Facebook bringen.

Haben Sie Fragen zu der neuen Als-Erstes-anzeigen-Funktion oder zu einer der anderen Ordnungsmöglichkeiten für Ihren Newsfeed, dann lassen Sie es mich doch in einem Kommentar wissen. 😉

Wo ist „Verwende Facebook als“ geblieben? Wie Sie auch ohne Loginwechsel als Seite agieren

Facebookseiten

Früher gab es zwei verschiedene Möglichkeiten, als Seite zu agieren. Eine davon, nämlich „Verwende Facebook als…“ wurde jetzt abgeschafft. Damit konnte man zwischen der Identität als Profil oder als Seite hin- und her wechseln und danach ganz Facebook mit der jeweiligen Identität benutzen. Die Abschaffung dieser Variante bedeutet aber nicht, dass Sie jetzt nur noch auf Ihrer eigenen Seite als Seite agieren könnten. Es bedeutet nur, dass Sie nicht mehr ungefragt auf fremden Seiten als Seite posten können. Die Möglichkeiten, mit Beiträgen zu interagieren, die mit Ihrer Seite zu tun haben, bleiben erhalten – nur der Weg dorthin ist für die, die nur „Verwende als“ benutzt haben , ein anderer. Wie Sie was weiterhin als Seite tun können, möchte ich in diesem Artikel zeigen. (Dabei geht es um die normale Verwendung von Facebook  und nicht um die via Business Manager!)

Wo sind die Seiten-Neuigkeiten?

Wenn Sie als Seite andere Seite geliked haben, dann konnten Sie via Desktop deren Beiträge bislang nach Loginwechsel „Verwende Facebook als…“ im Newsfeed auf der Startseite lesen. Ohne Loginwechsel entfällt dieser Pfad natürlich. Es gibt jetzt einen neuen dafür:

Via Desktop finden Sie die Seiten-Neuigkeiten jetzt über den gleichnamigen Link in der linken Spalte Ihrer Seite:

Link zu den Seiten-Neuigkeiten

Mobil kann ich den Link derzeit weder auf iOS noch bei Android finden.

Alternativ können Sie die betreffenden Seiten auch einfach als Person liken und in eine eigene Liste packen. Wenn Sie dann auf Teilen klicken, können Sie den Absender wechseln und als Seite teilen:

Beiträge als Seite teilen

Um fremde Beiträge als Seite teilen zu können, benötigen Sie den Loginwechsel „Verwende Facebook als…“ schon lange nicht mehr. Auch wenn Sie einen Beitrag als Person im normalen Newsfeed sehen, können Sie ihn als Seite weitersagen. Dazu einfach Teilen auswählen und dann das gewünschte Ziel:

  • mobil (Android, normale Facebook-App): Teilen (unter dem Beitrag) > Beitrag verfassen > Auf Facebook teilen (Zielauswahl durch Antippen ändern): Auf deiner Seite:

    Auf Facebook als Seite teilen

  • mobil (iPhone, normale Facebook-App): Teilen (unter dem Beitrag) > Beitrag verfassenAuf Facebook teilen (Zielauswahl durch Antippen ändern): gewünschte Seite aussuchen.
  • Desktop: Teilen (unter dem Beitrag) > Teilen… > (In deiner Chronik teilen) Pfeil > Auf einer Seite teilen, die du verwaltest:
    Teilen-Optionen via Desktop

Beiträge als Seite liken/kommentieren

Früher konnte Sie generell als Seite interagieren, wenn Sie über den Loginwechsel „Verwende Facebook als…“ auf ganz Facebook als Seite unterwegs waren. Ohne diesen Loginwechsel können Sie nicht mehr als Seite einen eigenen Beitrag auf einer anderen Seite posten. Das ist aber ohnehin rechtlich problematisch (ungefragte Werbung etc.). 

Sie können jetzt diejenigen Beiträge als Seite kommentieren oder liken,

  • die von Ihrer Seite geteilt wurden
  • in denen Ihre Seite erwähnt wurde
  • die von einer Seite gepostet wurden, die Ihre Seite geliked hat 

Via Desktop gibt es hierfür folgende Möglichkeiten, um direkt als Seite interagieren zu können:

  1. Über die Seiten-Neuigkeiten
  2. Über Benachrichtigungen > Aktivität
    (ist übersichtlicher als Variante 2, da nur die Erwähnungen und geteilten Beiträge herausgefiltert werden und sogar nochmal getrennt aufrufbar sind) 
  3. Über Einstellungen > Aktivitätenprotokoll

Wenn Sie direkt über die Seitenbenachrichtigungen gehen, bekommen Sie keine Option, als Seite zu handeln, sondern können nur als Person interagieren.

Mobil funktioniert es (sowohl in Android als auch via iPhone) in der Seitenmanager-App über das Aktivitätenprotokoll, das via drei Punkte > Seiteneinstellungen > Aktivitätenprotokoll anzeigen erreichbar ist.

Auch in der mobilen Variante führen die normalen Seitenbenachrichtigungen nur zu einer Ansicht des geteilten Beitrags oder der Erwähnung, ohne dass man als Seite interagieren könnte.

Seiten als Seite liken

Wie Sie andere Seiten als Seite ohne den Loginwechsel via Desktop liken können, habe ich hier unter Variante 1 erklärt: http://www.schwindt-pr.com/2014/11/17/facebook-als-seite-andere-seiten-liken/.

Probleme? Beitragsattribution überprüfen

Falls das oben Gezeigte nicht richtig klappt, überprüfen Sie mal unter Einstellungen die Beitragsattribution auf Ihrer Seite. Diese sollte auf die Seite eingestellt sein. Damit sind Sie in der Standardeinstellung immer als Seite auf Ihrer Seite unterwegs.

Wenn Sie später etwas als Person tun wollen, brauchen Sie dafür nur die Identität über die kleinen Auswahlkästchen bei jedem Beitrag zu wechseln:

Auswahlkästchen neben den Interaktionslinks

Fazit: Geht doch!

Die Funktionen, als Seite außerhalb der eigenen Seite zu interagieren, sind durch den Wegfall des Loginwechsels „Verwende Facebook als…“ also nicht komplett verschwunden. Wie finden Sie diese Änderungen? Haben Sie den Loginwechsel überhaupt oft genutzt?

Zusatzfunktionen für Facebook Messenger für Android

Mit dem letzten Update für die Messenger App für Android, hat Facebook eine nette neue Zusatzfunktion verfügbar gemacht: Wer Fotos in seinen Nachrichten hochlädt, kann diese durch Tippen mit Schrift oder per Finger mit Zeichnungen oder Handgeschriebenem versehen:

Foto mit  dazugezeichnetem Text

Das Ganze geht kinderleicht in folgenden Schritten:

  1. Erstellen Sie eine neue Nachricht oder öffnen Sie einen bestehenden Nachrichtenverlauf.
  2. Wählen Sie über das Fotosymbol ein Bild aus Ihrer Handygalerie (funktioniert nur aus der großen Auswahl, nicht aus der kleinen Rasteransicht) und tippen Sie auf den Stift:
    Fotoauswahl mit Stiftsymbol
  3. Wählen Sie nun a) das Buchstabensymbol, um Text über das Bild zu tippen, oder b) das Stiftsymbol, um über das Bild zu zeichnen:
    a) Um Text über die Tastatur in das Bild einzufügen, tippen Sie einfach in der gewünschten Höhe auf das Foto und schreiben dann über die Tastatur den gewünschten Text. Bisher konnte ich nicht herausfinden, ob sich dabei die Textfarbe ändern lässt. Mehrere Zeilen Text können durch automatischen oder manuell eingegebenen Umbruch eingefügt werden. Je mehr Zeilen Text Sie eintippen, umso kleiner wird die Schrift. Es ist nicht möglich, durch Antippen des Bildes an anderer Stelle erneut Text einzugeben. Dafür ist es aber möglich durch erneutes Antippen der bereits vorhandenen Schrift das vorher Eingegebene zu verändern oder zu löschen.

    Foto mit darüber getipptem Text
    b) Für das Zeichnen oder manuelle Schreiben auf einem Foto wählen Sie zunächst durch Antippen der Farbskala die gewünschte Farbe aus. Je weiter Sie mit dem Finger dabei nach links ziehen, umso dicker wird der Strich zum Zeichnen:
    Zeichenauswahl im MessengerNach dem Loslassen können Sie die getroffene Auswahl verwenden und direkt auf das Bild zeichnen. Es ist möglich, mehrere Farben und Linienstärken nacheinander und and verschiedenen Stellen im Bild zu verwenden. Es ist jedoch nicht möglich, etwas Gezeichnetes rückgängig zu machen. Sie können nur das Bearbeiten abbrechen und nochmal neu beginnen.
    Die Varianten a) und b) können auch übereinander genutzt werden:
    getippter und gezeichneter Text übereinander auf einem Foto

  4. Zum Schluss schicken Sie das Ganze über das Senden-Symbol ab.

Mit dieser Funktion lassen sich natürlich auch wesentlich sinnvollere Collagen aus Bild und Text oder Bild und Zeichnungen anfertigen als ich sie jetzt hier zu Demozwecken erstellt habe. 😉

Ich bin gespannt: Welche Verwendungsarten fallen Ihnen ein? Werden Sie die Funktion nutzen?

Seitenmanager-App für Facebook bekommt umfassendes Update

Wer seine Facebookseite mobil verwaltet, kennt den Seitenmanager. Diese App hat nun nicht nur ein neues Layout bekommen, sondern auch deutlich erweiterte Funktionalität! In Android besteht jetzt sogar die Möglichkeit, die Neuigkeiten der als Seite geliketen Seiten zu lesen und mit ihnen zu interagieren. In iOS fehlt diese Option bislang. Ansonsten scheint der Funktionsumfang in beiden Systemen soweit gleich zu sein, auch wenn die Bereiche teils anders angeordnet oder benannt sind:

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Update zur Umsetzung der Impressumspflicht auf Facebookseiten – Aktualisiert

Mit dem neuen mobilen Facebook-Seitendesign benötigt der Impressumseintrag ein kleines Update, wie schon Thomas Schwenke berichtet. Bislang betrifft das nur die iPhone- mobile Ansicht, für die Desktopversion und für Android ändert sich vorerst nichts ( das Update könnte aber auch zu Android kommen…).

Wie bereits hier im Blog beschrieben, ist es zur Erfüllung der Impressumspflicht nötig, einen Direktlink in den Infobereich seiner Seite zu setzen, und zwar gleich zu Anfang unter Info, so dass der Link direkt im Kopfbereich der Seitenansicht erscheint. Im neuen  moblien Layout funktioniert das aber nicht mehr, da hier nicht der Inhalt von Info zuerst angezeigt wird, sondern der von Beschreibung. Folgende Anpassungen werden damit nötig:

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Verwirrend: Anwendungsseiten und Fanseiten auf Facebook zusammen aufgelistet

Heute fragte mich eine Leserin, wo sie denn die Namensadresse (vanity url, von Facebook „Nutzername“ genannt) einrichten müsse. Ich dachte zunächst, es handle sich um das alte Problem zwischen URL für persönliches Profil und URL für Seite anlegen. Dann aber stellte sich heraus, dass es im Auswahlfenster für Seiten unter facebook.com/username eine neue Rubrik namens „Anwendungsprofile“ gibt.Das macht die Verwirrung für weniger versierte Nutzer jetzt noch größer als vorher:

Ein ähnliches Problem ergibt sich beim Anwählen des Menüpunktes „Seiten“ in der Facebook-App von Android. Hat man seine Anwendungen genauso benamst wie die Seite (z.B. bei einem iframe-Tab für nähere Infos zur Seite), dann werden Seite und Anwendungsprofil zusammen aufgelistet.

(Warum Seiten hier als Untermenü zu „Freunde“ gelistet werden, bleibt mir übrigens auch schleierhaft, aber das nur nebenbei…)

Meine Anwendungen hier sind übrigens „spr1“ und „schwindt-pr weiterempfehlen“. Die überzähligen „schwindt-pr“-Links (nur der zweite führt zum aktuellen Stand meiner Fanseite), führen zu älteren Beiträgen meiner Fanseite…

Dieselbe Auswahl (nur nicht alphabetisch geordnet erreiche ich, wenn ich in Facebook eine neue Anwendung zu meiner Fanseite hinzufügen will:

Das System dahinter ist für mich bislang noch nicht ersichtlich… (mir ist schon klar, dass „Anwendungsprofile“ auch Seiten sind, aber eben andere…)

Kann mich jemand erhellen?

Die Facebook-App für Android (Gastbeitrag)

Sebastian Hartmann (mehr zu ihm am Ende dieses Blogposts) ist meinem Aufruf nach Gastautoren zum Thema mobile Facebook-Nutzung gefolgt und hat folgenden Übersichts-Artikel zum Thema Facebook-App für Android verfasst. Vielen Dank, Sebastian! 🙂 Weitere Gastbeiträge zu Themen rund um die mobile Nutzung folgen hoffentlich in Kürze.

Nutzerfreundlich, aber verbesserungswürdig

Einmal das wichtigste vorab: Seit ich im Besitz eines Smartphones (Motorola Milestone mit dem Betriebssystem Android 2.1) bin, bin ich gleichzeitig Nutzer der Facebook-App, die über den Android Market kostenfrei downloadbar ist. Die App erfährt regelmäßig ein Update – ca. vier bis fünf Mal im Jahr.

Auf den ersten Blick hat die mobile Nutzung für mich viele Vorteile: Die Newsline ist ständig abrufbar, auf Nachrichten kann schnell geantwortet und erstelltes Fotomaterial kann rasant auf das eigene Privatprofil geschickt werden. So weit so gut. Was mit der Facebook-App alles geht und wo ganz klar die Grenzen der Applikation liegen, werde ich im folgenden Blogpost erläutern.

Umfang der Facebook-App

Eine App ist immer eine reduzierte Form eines Angebots – so auch bei der Facebook-App für Android 2.1. Öffnet man die Anwendung, stehen einige Features zur Auswahl.

Über die Startseite kann man Folgendes ansteuern (v.l.n.r.v.o.n.u.): die Neuigkeiten, das eigene Profil, die Freundesliste, die Nachrichtenbox, die Orte-Funktion, die Gruppen, die Veranstaltungen, die eigenen Fotoalben und der Chat. Unterhalb der Icons gibt es noch eine Liste an Vorschaubilder, wo die Facebook-App zuletzt gepostete Links und Fotos und Fanseiten als Thumbnail anzeigt.

Über „Einstellungen“ lassen sich nur wenige Funktionen regulieren. Dazu gehört unter anderem der Aktualisierungsintervall, die Benachrichtigungsfunktion und die darauf bezogenen Features (also ob man beispielsweise Nachrichten, Veranstaltungseinladungen oder Freundschaftsanfragen über die App empfangen möchte oder nicht). Leider gibt es nicht mehr einzustellen – weder Änderungen am Profil, noch bei den Privatsphäreneinstellungen. Schade.

Funktionen und Dysfunktionen der App

Über „Neuigkeiten“ erreichen einen die aktuellen Nachrichten der Freunde und Fanseiten.

Die Newsline läßt sich beliebig weit zurückscrollen. Man kann auf jeden angezeigten Beitrag zugreifen und ihn mit „gefällt mir“ markieren und ihn kommentieren. Darauffolgende Kommentare werden bei der App auf der Startseite unten unter „Benachrichtigungen“ angezeigt (auch wenn ein eigener Kommentar mit „gefällt mir“ angeklickt wurde), sobald ein Aktualisierungsvorgang vonstatten geht. In der Neuigkeitsliste wird leider nur eine selektive, von Facebook definierte Auswahl von News anzeigt. Dabei handelt es sich auch „nur“ um reine Statusmeldungen oder Meldungen mit Link oder Foto bzw. Fotoalben. Nach welchen Parametern Facebook dies definiert und filtert, bleibt unklar. Indirekte Meldungen wie Profilbildänderungen, „ist nun befreundet mit“, Seiten-Likes o.Ä. erscheinen nicht in der App.

Bei der Anwahl des eigenen Profils kann man zwischen 3 Feldern wählen. Auf der eigenen „Pinnwand“ erscheinen die zuletzt geposteten eigenen Einträge, Einträge von Freunden auf der eigenen Pinnwand und Mentions/Bildmarkierungen. Alle Beiträge lassen sich auch über die App entfernen, liken und kommentieren. Eigene Likes und Kommentare auf anderen Seiten und Profilen werden nicht angezeigt. Unter „Info“ werden sämtliche Profilinformationen aufgelistet, wie sie bei Facebook hinterlegt sind. Änderungen können über diese App nicht vorgenommen werden. Unter „Fotos“ können alle eigenen Alben (nicht Fotos, auf denen man markiert ist) angezeigt und bearbeitet werden (gleiches gilt für das Feature „Fotos“ auf der Startseite, das ich dann nicht mehr separat behandle). Insgesamt ein guter Umfang. Lediglich die fehlende Funktion für Profiländerungen schwächt den Bereich.

„Nachrichten“ wartet mit mehreren Funktionen auf: Das Antworten auf Nachrichten verhält sich so einfach wie smsen. Die versendeten Nachrichten findet man im „Versendet“-Bereich. Das Löschen von alten Nachrichten ist ebenso einfach wie Formatierung des Inhalts. Im Feld „Aktualisierung“ finden sich News in Form von Sammelnachrichten einzelner Fanseiten. Ein Manko hat die Nachrichtenfunktion gegenüber des nicht-mobilen Facebook: Anhänge werden auf dem Smartphone nicht angezeigt. Das schließt sowohl Links als auch Fotos ein.

Alle weiteren Features, die sich auf der Startseite befinden, sind schnell dargestellt: Über die Orte-Funktion kann man sich bei „Orten“ einloggen (Check In), die in der Liste anzeigt werden (oder man kann nach ihnen suchen) und man kann über Orte sehen, wo Freunde zuletzt eingecheckt haben. Dabei lassen sich auch Freunde mitmarkieren – nur nicht im Nachhinein, dies muss beim Check In geschehen. Über die Gruppenfunktion lassen sich alle (neuen!) „Gruppen“ ansteuern, alle gruppeninternen Beiträge einsehen, kommentieren und liken sowie alle Gruppenmitglieder anwählen. Unter „Veranstaltungen“ lassen sich alle aktuellen Veranstaltungen abrufen und bestätigen. Eigene Veranstaltungen müssen gesucht werden. Im „Chat“, der nur sehr holperig funktioniert, werden alle Freunde anzeigt, die online sind. Das Kommunizieren stellt sich aber als äußerst kompliziert da, da die App schneller sein möchte, als sie kann. Diese Funktion ist nicht zu empfehlen und sollte gegen ein anderes Feature ausgetauscht werden.

Womit ich bei einem entscheidenen Kritikpunkt bin: Fanseiten, die man administriert, lassen sich nicht über die App ansteuern, sofern sie nicht noch in der Newsline mit einem Beitrag angezeigt werden. Diese Erweiterung wäre ein Muss! Gerade für die nicht-private Nutzung des Facebook-Apps. Damit würde die Android-App auch im Business-Bereich konkurrenzfähig bleiben. Für Twitter gibt es bereits mit Seesmic oder vergleichbaren Apps eine Möglichkeit, mehrere Twitteraccounts zu administrieren.

Mein Fazit zur Facebook-App für Android:

Mit meinem Smartphone nutze ich die mobile Facebook-Version täglich – und ich mag es (i like!). In Windeseile kann ich Statusmeldungen eingeben oder von anderen abrufen. Dies funktioniert im Lokal genauso gut wie in der Bahn oder am Baggersee. Ich kann Schnappschüsse direkt aus der Galerie via Facebook hochladen und auf Facebook-Nachrichten unmittelbar beantworten. Alle Änderungen erscheinen auch nach Log-In im nicht-mobilen Facebook. An ein paar Stellen müssen mit Weiterentwicklungen noch nachgebessert werden. Für die nächste Stufe – der geschäftlichen Nutzung – fehlen der App noch ein paar Funktionalitäten wie die Fanseiten und verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, die hoffentlich mit der nächsten oder übernächsten Aktualisierung ergänzt werden. Der Chat kann meiner Meinung nach getrost wieder aus der App verschwinden, da er dafür absolut ungeeignet ist.

Eine Zusatzinfo zu der mobilen Version von Facebook über den Browser:

Über die gängigen Android-Browser oder dem Opera-Browser (kostenfrei im Android-Market) gibt es auch eine mobile Version der Website Facebook, welche ähnlich ist wie die App. Diese mobile Version läßt sich auch ausschalten, so dass man mit dem Browser auch eine Standart-Ansicht des nicht-mobilen Facebook bekommen kann. Dort sind alle Bereiche wie auf dem PC oder Laptop aufrufbar. Dennoch gestaltet sich das Arbeiten damit als sehr umständlich, da man ständig mit Fingerbewegungen agieren muss (vergrößern/verkleinern). Dislike!

Zum Autor:

Sebastian Hartmann (Foto: Christoph Müller-Girod)

Sebastian Hartmann B.A., Seit 2008 Mitarbeiter am Neanderthal Museum, Bereich Mediathek, Internet, Web2.0

Studium der Kunstgeschichte und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum, Volontariat am Neanderthal Museum, neben dem Neanderthal Museum tätig für das Stadtmuseum Hattingen im Bereich Ausstellungen.

Spezialisierung auf das Thema „Museum und (Social) Web“ mit Beteiligung an Projekten wie NRW-Museum und Grand Tour 2010 auf Facebook, Web2.0-Beratungstätigkeit für verschiedene Museen wie LWL-Industriemuseum, Museum Ludwig oder LWL-Museum für Archäologie Herne und demnächst Museum für Völkerkunde Hamburg, Vorträge/Workshops zum Thema „Museum und Social Web“ auf mehreren Tagungen sowie Artikel zum Thema in verschiedenen Zeitschriften.