Website und Social Media richtig vernetzen – Teil 4: Website auffindbar machen und Impressumspflicht

In Teil 2 und Teil 3 dieser Serie haben wir betrachtet, wie die Website im Hinblick auf Social Media optimiert werden kann. Jetzt wechseln wir die Blickrichtung und kümmern uns um die Verknüpfung der Außenposten im Social Web im Richtung Website als Basis. Dabei geht es nicht nur um die Auffindbarkeit der Website als Ganzes, sondern auch um die Einhaltung der Impressumspflicht, der nicht nur Ihre Website, sondern auch Ihre Präsenzen auf Facebook und Co. unterliegen.

Facebook und Google+ bieten gegenüber anderen Diensten im Social Web noch am meisten Platz für Hintergrundinformationen im Infobereich der entsprechenden Präsenz. Aber auch hier sollte man keine Romane hinterlassen, sondern lieber einen gut auffindbaren Link zu den entsprechenden Infos auf der eigenen Website unterbringen. Das fördert zum einen den Traffic zur Website, zum anderen entschlackt es die Social-Media-Präsenz, bei der die meisten ohnehin nur auf die aktuellen Beiträge schauen.

Website und Impressum von social Media aus verlinken

Für gewöhnlich gibt es ein eigenes Formularfeld in jedem Social-Media-Profil, das nach der Website fragt. Gibt es jedoch kein davon getrenntes Feld für die Angabe eines Impressums, wird es schwierig, beides getrennt unterzubringen.

Website und Impressum von Facebook-Seiten aus verlinken

Auf Facebook-Seiten finden Sie im Infobereich sowohl ein Feld für die Angabe Ihrer Website, als auch einen eigenen Bereich für die direkte Eingabe Ihrer Impressumsinformationen, die dann über den automatisch entstehenden Link Impressum zugänglich sind:Infokasten der Facebook-Seite von schwindt-prSo kann jeder, der egal wo einen Beitrag von Ihnen sieht, über den Sprung zu Ihrer Seite in einem Klick zum Impressum gelangen. Damit ermöglicht es Ihnen Facebook nun endlich die Zwei-Klick-Regel zur Erreichbarkeit des Impressums einzuhalten.

Google+ Seite mit Website und Impressum verknüpfen

Bei Google+ ist das nicht ganz so einfach. Dort gibt es zwar die Möglichkeit, eine Webadresse direkt im Kopfbereich unterzubringen, aber dies erzeugt keinen klickbaren Link, sondern nur eine Textinformation. Außerdem können Sie hier nicht die Adresse des Impressums eintragen, da Google+ diesen Eintrag zur Verifizierung Ihrer Website verwendet:

Kopfbereich der Google+ Seite von schwindt-pr

Ruft der Besucher Ihrer Google+ Seite jedoch den Infobereich auf, dann wird dieser Link klickbar. Das Impressum muss hier getrennt untergebracht werden und das mit sprechendem Direktlink, damit nicht noch weitere Zwischenklicks nötig werden. So erreichen Sie zwar nicht die geforderten zwei Klicks, aber wenigstens drei. Besser geht es derzeit leider nicht:

Infobereich der Google+ Seite von schwindt-pr

Website und Impressum vom Twitter-Profil aus erreichbar machen

Bei Twitter gibt es nur ein Formularfeld für die Website, über das ein klickbarer Link erzeugt wird. Hier können Sie entweder den direkten Link zum Impressum eintragen oder den zu Ihrer Website. Den Direktlink zum Impressum können sie nämlich statt über das Formularfeld auch in der Bio unterbringen. Auch dort wird er klickbar und erfüllt somit die Zwei-Klick-Regel. Wichtig ist nur, dass er eindeutig identifizierbar ist (durch das Voranstellen von „Impressum:“)

Infobereich des Twitterprofils von schwindt-pr

Andere Social-Media-Präsenzen

Was andere Dienste als die großen Drei (Facebook, Google+ und Twitter) angeht, müssen Sie jeweils nachsehen, ob es nur eine Möglichkeit gibt, eine Webadresse einzutragen, die klickbar wird, oder mehrere.

Als weitere Beispiele seien hier noch Instagram und Xing genannt:

Instagram

Dort gibt es nur eine Möglichkeit, einen klickbaren Link zu erzeugen. Also sollten Sie dort den Direktlink zum Impressum eintragen:

Infobereich des Instagram-Profils von schwindt-pr

Sollte dieser Link nicht – wie im obigen Beispiel – sprechend sein (also „…/impressum“ heißen), empfiehlt es sich, den Text darüber mit „Impressum:“ zu beenden.

Xing

Auf Xing gibt es kein Formularfeld für das Eintragen der Website, Sie haben aber die Möglichkeit via RSS-Impport Ihre Blogartikel in den Newsstream Ihrer Kontakte einzuspeisen. Für Das Impressum sieht Xing einen eigenen Bereich vor. Wie genau der Impressumseintrag auf ing funktioniert, habe ich bereits hier im Blog beschrieben.

Im nächsten Teil dieser Serie wird es um das richtige Weitersagen von Beiträgen innerhalb von Facebook und Co. gehen. Diese Beiträge können von Ihrer Website (Blog) kommen, oder auch innerhalb einer Plattform oder zwischen zwei verschiedenen Social-Web-Diensten geteilt werden. Alle Teile dieser Serie erreichen Sie über die Liste am Anfang von Teil 1. Die komplette Serie kann unter http://www.schwindt-pr.com/download/ als pdf oder ePub kostenlos heruntergeladen werden.

Impressum für Xing-Profile einrichten – UPDATED

Das neue Design für Xing-Profile, über das ich bereits berichtet hatte, erlaubt jetzt auch das Hinzufügen eines eigenen Impressums. Dieses findet man am Ende seines Profils unten rechts. UPDATE August 2014: Inzwischen befindet es sich oben rechts. Hat man es ausgefüllt, sehen auch andere den Link. Leider scheint das Formatieren des eingegebenen Textes wie z.B. im Portfolio-Bereich bislang nicht möglich zu sein. Mit http://… beginnend eingegebene Webadressen werden aber wie immer automatisch verlinkt.

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Update zur Umsetzung der Impressumspflicht auf Facebookseiten – Aktualisiert

Mit dem neuen mobilen Facebook-Seitendesign benötigt der Impressumseintrag ein kleines Update, wie schon Thomas Schwenke berichtet. Bislang betrifft das nur die iPhone- mobile Ansicht, für die Desktopversion und für Android ändert sich vorerst nichts ( das Update könnte aber auch zu Android kommen…).

Wie bereits hier im Blog beschrieben, ist es zur Erfüllung der Impressumspflicht nötig, einen Direktlink in den Infobereich seiner Seite zu setzen, und zwar gleich zu Anfang unter Info, so dass der Link direkt im Kopfbereich der Seitenansicht erscheint. Im neuen  moblien Layout funktioniert das aber nicht mehr, da hier nicht der Inhalt von Info zuerst angezeigt wird, sondern der von Beschreibung. Folgende Anpassungen werden damit nötig:

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Impressumspflicht für Facebook-Seiten im Chronik/Timeline-Layout umsetzen

Nachdem sich das Layout für Facebook-Seiten geändert hat, gibt es neue Möglichkeiten zur Umsetzung der Impressumspflicht:

Impressum im Infobereich

Wenn die Kategorie Ihrer Seite es zulässt, können Sie jetzt das Impressum direkt auf der Seite verlinken, indem Sie den Link im Infobereich eintragen:

 

Diese Variante hat den Vorteil, dass sie auch in der mobilen Ansicht über „Info“ abgerufen werden kann:

Deshalb sollte man den Eintrag im Infobereich auf jeden Fall vornehmen, egal ob es nachher direkt auf der Seite sichtbar ist (wie im Screenshot oben) oder erst nach gesondertem Aufrufen des Infobereichs.

Impressum als eigener Tab

Wer eine Seite mit Ortsintegration hat, dessen Eintrag im Infobereich wird nicht wie im Screenshot oben direkt auf der Seite angezeigt. Denn auf diesen Seiten ist der Kopfbereich für die Orts-Angaben reserviert und das lässt sich auch nicht ändern.

In diesen Fällen sollte man zusätzlich zum o.g. Eintrag im Infobereich das Impressum als einen eigenen Tab hinzufügen und dessen Vorschaukasten innerhalb der ersten vier platzieren:

 

Impressumspflicht für Facebook-Fanseiten gerichtlich bestätigt – UPDATED

Bitte HIER klicken, um UPDATE dieses Artikels zur Umsetzung im neuen Chronik-/Timeline-Layout zu lesen!

Eine Facebook-Fanseite muss ein Impressum des Anbieters haben. Was viele Juristen meinten, hat nun das Landgericht Aschaffenburg in der jetzt bekannt gewordenen Entscheidung vom 19.08.2011 (Az. 2 HK O 54/11) bestätigt.

Der auf Social Media Recht spezialisierte Rechtsanwalt Thomas Schwenke, LL.M. von der Kanzlei SCHWENKE & DRAMBURG http://spreerecht.de hält die Entscheidung nur zum Teil für richtig und gibt in diesem Gastartikel Empfehlungen, wie sich die Betreiber von Facebook-Seiten verhalten sollen:

Die Entscheidung des Landgerichts ist nicht überraschend, wenn es um die Impressumspflicht selbst geht. Bei einer Facebook-Seite handelt es sich um einen vom Betreiber selbständig verwalteten Bereich, dessen Inhalte er selbst bestimmen kann. Damit ist die Facebook-Seite mit einem Blog oder einer Website vergleichbar, die gem. §5 Telemediengesetz, ebenfalls ein Impressum bereit halten müssen. Deswegen reicht es auch nicht aus, auf das Impressum von Facebook zu verweisen, da nicht Facebook, sondern der Seitenbetreiber für die Seite direkt verantwortlich ist.

Begrüßenswert ist, dass das Gericht den direkten Link auf das Impressum der eigenen Website für zureichend erklärt. Damit braucht man zum Beispiel das eigene Impressum nicht auf der Facebook-Seite noch ein Mal aufzuführen und bei jeder Änderung anzupassen.

Dagegen erscheint es weltfremd, wenn die Richter meinen, dass der Reiter „Info“ nicht die Anforderung an die gesetzliche Vorgabe, dass ein Impressum einfach erkennbar sein muss, erfüllt. In bisherigen Entscheidungen wurden Begriffe wie „Kontakt“ oder „Anbieterangaben“ als leicht erkennbar bejaht, der Begriff „Backstage“ dagegen nicht. Ich würde „Info“ ebenfalls als leicht erkennbar einordnen. Wenn ein Nutzer nach Informationen über eine Seite sucht, wird er meines Erachtens sofort den Bereich „Info“ ansteuern. Die Aschaffenburger Richter anscheinend nicht.

Ferner sagten die Richter, dass darauf hingewiesen werden muss, dass ein Impressum auch für Facebook gilt. Diese Problematik dürfte aber nur diesen konkreten Fall betroffen haben, in dem die Anbieterangaben bei Facebook sich von denen auf der Website unterschieden.

Mögliche Folgen:

Die Folge dieser Entscheidung  können Abmahnungen von Wettbewerbern sein, die sich auf die Entscheidung berufen. Es handelt sich jedoch um die erste Entscheidung und es ist nicht klar, ob andere Gerichte dieselbe Meinung über die leichte Erkennbarkeit des Impressums haben werden.

Empfehlung für die Praxis

Impressum als eigener Menüpunkt auf der Facebookseite von schwindt-pr

Für Betreiber von Facebook-Seiten, die keine Abmahnungen riskieren möchten ist zu empfehlen, einen eigenen Reiter „Impressum“ einzurichten, der entweder das ganze Impressum in Textform bereithält oder einen Link zu dem Impressum auf der eigenen Website, zum Beispiel „Zum Impressum: http://ihrewebsite.de/impressum“. Dabei muss der Link direkt auf das Impressum verweisen, ein Link lediglich auf die Website (http://ihrewebsite.de) reicht dafür nicht aus. Einen Link zum Impressum im Reiter „Info“ benötigen Sie dann nicht mehr.

Alternativ kann in der Infobox unter dem Seitenmenü ein solcher Impressumshinweis erfolgen. Diese Box ist jedoch nicht bei allen Facebook-Seiten vorhanden, die je nach Kategorie unterschiedlich gestaltet sind.

Sollten Sie auf anderen individuellen Reitern Ihrer Facebook-Seite auf ein Impressum verweisen, so sollte dieser Link dann zum neuen Impressumsreiter führen.

Ein Beispiel

Wie das praktisch umgesetzt aussehen kann, können Sie auf der Facebooks-Seite von schwindt-pr sehen:

Mit Alexander Schestag von DeinWeb – Ein Web für alle haben wir weitere mögliche technische Lösungen ausgelotet. Technisch wäre auch eine Weiterleitung einer per iframe eingebundenen html-Datei zum bestehenden Website-Impressum möglich. Diese Weiterleitung ist jedoch nur im gleichen Tab möglich, was das Design beeinträchtigen kann, oder in einen neuen Tab per JavaScript. Eine Weiterleitung per JavaScript verbietet sich aber, da User, die JavaScript deaktiviert haben, diese nicht nutzen können.

Eine Anleitung zum Erstellen individueller Reiter für Facebook-Seiten finden Sie unter http://www.schwindt-pr.com/iframetabs.pdf oder auf Scribd unter http://www.scribd.com/doc/50039880/Facebook-iframe-Tabs-Tutorial. Sie können aber auch eine bestehende Drittanwendung für iframe-Tabs  verwenden.

Ein Impressum erstellen können Sie z.B. unter http://www.e-recht24.de/impressum-generator.html

UPDATE 2.11.2011: Inzwischen wurden wir mehrfach und zurecht darauf hingewiesen, dass diese Lösung nur für die Webansicht von Fanseiten funktioniert. In mobilen Ansichten werden iframe-Tabs gar nicht erst angezeigt und auch ein Eintrag unter „Info“ im Info-Reiter wäre erst nach Klick auf denselben zugänglich. Das wiederum war aber von o.g. Gerichtsentscheid ausgeschlossen worden… Eine für alle Ausgabegeräte passende Lösung gibt es also derzeit nicht. Trotzdem sollte man entweder den Eintrag in die Infobox oder den eigenen Reiter (oder beides) hinzufügen, um zumindest das derzeit Machbare umzusetzen.

Facebook-Seiten: häufige Fehler – und wie man sie behebt

Wenn ich Anfragen für die Optimierung von Facebook-Seiten bekomme, stoße ich eigentlich immer auf dieselben Fehler. Daher möchte ich sie in diesem Blogpost einmal zusammenfassen und erklären, wie man sie behebt:

Namensadresse für Profil statt für Seite vergeben

Dieser Fehler kommt am häufigsten vor und liegt darin begründet, dass vielen der Unterschied zwischen Profil und Seite nicht klar ist.

Abhilfe: Sie können Ihr Profil nur EINmal umbenennen und zwar unter Konto > Kontoeinstellungen > Nutzername. Lesen Sie außerdem hier, wie man eine Namensadresse für eine Seite anlegt.

Leere Reiter behalten

Oft werden Reiter, die beim Erstellen der Seite automatisch angelegt werden, auf der Seite behalten, obwohl man sie gar nicht benutzt. Selbst wenn Sie sie irgendwann später nutzen wollen, jetzt aber noch nicht benötigen, können Sie diese Reiter zunächst einmal wegnehmen.

Abhilfe: Reiter aufrufen und im Reiternamen über den blauen Stift löschen:

Hinzufügen können Sie ihn nachher wieder über den Reiter mit dem Pluszeichen oder über Seite bearbeiten und Anwendungseinstellungen der betreffenden Anwendung. (Wenn Ihr Foto-Reiter nur Ihr Seitenlogo enthält, können Sie den Reiter auch entfernen. Das Seitenlogo bleibt trotzdem erhalten.)

Pinnwand-Feeds getrennt

Wenn man eine Seite neu anlegt, ist der Nachrichtenstrom auf der Pinnwand zunächst getrennt in Beiträge von…

  • Seite und Andere
  • Nur Seite
  • Nur Andere

Das mag zwar auf den ersten Blick übersichtlicher wirken, hat aber folgende Nachteile:

  1. @mentions von anderen zu Ihrer Seite kommen nicht durch, d.h. wenn andere auf Ihre Seite verlinken, wird dieser Beitrag nicht bei Ihnen in Kopie erscheinen. Da solche Beiträge i.d.R. Empfehlungen sind, tun Sie sich damit also keinen Gefallen.
  2. Fans bekommen den Eindruck, Ihre Beiträge würden von Ihnen gering geschätzt (weil nach hinten in eigenen Nachrichtestrom vedrängt). Besonders unschön sieht diese Trennung aus, wenn der Nachrichtenstrom „Nur Andere“ auch noch leer ist!
  3. Die Interaktion wird erschwert, weil man immer erst von einem Nachrichtenstrom zum anderen wechseln muss.

Abhilfe: Klicken sie rechts unter dem Herausgeber (Was machts du gerade?-Feld) Ihrer Seite auf Optionen > Einstellungen und wählen Sie dann bei Standardansicht für die Pinnwand die Option Alle Beiträge.

Impressumspflicht nicht berücksichtigt

Auch für Facebook-Seiten besteht eine Impressumspflicht mit der Zwei-Klick-Regel. Wenn das Impressum also auf Ihrer regulären Website mit einem Klick erreichbar ist, genügt es, auf die Startseite Ihrer Website zu verlinken. Wenn nicht, sollten Sie direkt in Ihr Impressum verlinken (es geügt, den kompletten Pfad mit http beginnend einzugeben, Facebook verlinkt dann automatisch). Und zwar sowohl im Info-Reiter als auch im „Über mich“-Feld unter dem Seitenlogo:

Weitere Tipps zum Thema Facebook-Seiten können Sie im 3.Punkt unter http://dewww.schwindt-pr.com/2010/05/21/best-of-facebooktipps-update/ nachlesen.